Heute vor genau zehn Jahren stand ich am Gate in Berlin Tegel und wartete auf den Airberlin-Flug AB7248 nach New York. Es war nicht meine erste USA-Reise — aber rückblickend mit Abstand die beste. Und Tag 1 hat dafür den Ton gesetzt.
Ich nehme dich mit durch diesen ersten Tag: vom Abflug in Tegel über die Landung am JFK, AirTrain und LIRR bis runter nach Midtown Manhattan — und am Ende, völlig erledigt, mitten am Times Square.
Gespanntes Warten am Flughafen Tegel
Tegel war damals noch in Betrieb, und es hatte diesen ganz eigenen Charme aus den 70ern. Kurze Wege, dieser sechseckige Bau, das Hexagon — und draußen die rot-weiße Airberlin-Maschine, die mich gleich rüber bringen sollte.

Ich hatte das Kribbeln im Bauch, das man nur kennt, wenn man auf einen Langstreckenflug wartet, der irgendwo Großes endet. New York City war für mich damals kein normales Reiseziel — es war ein Sehnsuchtsort.

Flug AB7248 — sieben Stunden über den Atlantik
Sobald die Maschine in der Luft war, kam dieser Moment, in dem man im Sitz versinkt und merkt: jetzt geht es wirklich los. Berlin liegt zurück, vor mir liegt New York. Der Bordmonitor zählte runter, Stunde um Stunde.

Irgendwann holte das Fenster mich aus dem Film, den ich nebenbei laufen hatte. Über den Wolken war es einfach nur weit. Das Triebwerk, der Flügel, dieser Blick — den vergisst man als Vielreisender ironischerweise viel zu schnell.

Auf der Routenkarte konnte ich genau sehen, wie wir nordwestlich an Island vorbei zogen, über Neufundland abdrehten und Richtung New York JFK runtergingen.

Landung am JFK — angekommen in New York
Als das Fahrwerk am John F. Kennedy International Airport ausfuhr und die Maschine über die Bay einkurvte, hatte ich das blöde Grinsen im Gesicht, das nur Reisende kennen. Draußen Sonnenschein, drinnen leichte Erschöpfung — und dieses irreale Gefühl: Ich bin in New York.

Einreise, Stempel, kurzer Smalltalk mit dem Beamten. Auf der anderen Seite stand ich dann mit Koffer im Gepäckband-Bereich und wusste: Jetzt fängt es an.

Mit AirTrain und LIRR nach Manhattan
Statt mit dem Taxi, das damals fast 70 Dollar pauschal nach Midtown gekostet hätte, entschied ich mich für die Schienenvariante: zuerst der AirTrain JFK, der die Terminals miteinander und mit der LIRR-Station in Jamaica verbindet. Cleaner Sky-Train-Vibe, super easy.
In Jamaica dann der Wechsel auf die Long Island Rail Road. Kurz Ticket gezogen, auf den Bahnsteig — und da stand er, der typische silberne Vorortzug mit seinem unvergsesslichen Fahrgeräusch. Zwanzig Minuten später wurde ich an der Penn Station mitten in Midtown ausgespuckt.

Im Rückblick ist das übrigens immer noch die entspannteste Variante vom JFK in die Stadt — wer das erste Mal nach New York fliegt, sollte sich diese Route merken.
Schneller Check-in im Pod 39 Hotel in Midtown
Vom Penn Bahnhof war es nur noch ein kurzer Fußmarsch quer durch Midtown zum Pod 39 Hotel in der East 39th Street. Pod 39 war damals der ehrlichste Kompromiss aus “möglichst zentral”, “bezahlbar” und “ich brauche eh nur ein Bett” — Mikro-Zimmer, gemeinschaftliche Dachterrasse, viel Holz, viel Style.
Der Check-in war in zwei Minuten durch. Koffer ins Zimmer, kurz Gesicht waschen, Jacke an. Schlafen konnte ich später — draußen war 16 Uhr und das wichtigste Argument der Welt: ich bin in New York City.
Der erste Starbucks in Manhattan
Klingt vielleicht banal — aber der erste eigene Starbucks-Becher in Manhattan ist für mich Teil der Ankunftsroutine. Direkt um die Ecke, Lexington Ecke 40th Street, ein Caramel Macchiato, raus auf die Straße. Yellow Cab fährt vorbei, Bus rauscht durch, irgendwo hupt jemand.

In dem Moment fällt jedes Bisschen Flugmüdigkeit von dir ab. Die Stadt macht das mit dir.
Burger bei Shake Shack — das offizielle New-York-Willkommen
Als nächstes stand der wichtigste Termin des Tages an: Shake Shack. Für mich ist der erste ShackBurger der eigentliche Anfang jeder New-York-Reise.

Saftiges Pattie, gegrillter Bacon, geschmolzener Käse, ein bisschen Soße — dazu Pommes mit dieser typischen Wellenstruktur. Klingt simpel, ist auch simpel. Aber genau das ist der Punkt.
Abstecher in die Grand Central — pure Ehrfurcht
Halb gestopft, halb wach lief ich Richtung 42nd Street. Eines meiner Lieblingsgebäude in ganz New York liegt da: Grand Central Terminal. Von außen schon ein Brett — die Beaux-Arts-Fassade, daneben die Spitze des Chrysler Building, das in der späten Nachmittagssonne in vollem Gold leuchtete.

Drinnen dann der Moment, der einen jedes Mal aufs Neue umhaut: die Main Concourse mit den riesigen Bogenfenstern, dem sternverzierten Deckenfresko und tausenden Pendlern, die wie in einem inszenierten Ballett durchs Bild laufen.

Auf dem Weg weiter zurück Richtung Times Square noch dieser Klassiker — die 42nd Street, links und rechts Wolkenkratzer und mittendrin das Chrysler Building, das aussieht, als wäre es aus einem Film.

Pflichtprogramm Times Square am Abend
Die Sonne war inzwischen weg, der Himmel über Manhattan ging ins Violette, und ich wusste, was als letztes auf der Tag-1-Liste stand: Times Square.
Es gibt diesen Moment, in dem du aus der Seitenstraße kommst und die ganze Wand aus Werbung und Licht plötzlich um dich herum aufgeht. Lion King, Disney, Jersey Boys, leuchtende NASDAQ-Tafeln, ein NYPD-Officer mitten im Bild. Touristen, Pendler, ein Typ verkleidet als Spider-Man.

Ich weiß, viele Leute lästern über den Times Square — zu voll, zu touristisch, zu plakativ. Aber an Tag 1 nach einem Langstreckenflug ist das genau das, was du brauchst: laut, hell, lebendig, ein bisschen kindisch. Eine Stadt, die sich selbst feiert.
Erschöpft, aber glücklich ins Bett
Irgendwann meldete sich der Körper deutlich. 17 Stunden auf den Beinen, sieben davon im Flugzeug, dazu sechs Stunden Zeitverschiebung. Ich zog mich langsam zurück, schlenderte über die 6th Avenue Richtung Pod 39, und legte mich auf das schmale Bett im Mikro-Zimmer.
Das Letzte, was ich vor dem Wegnicken dachte, war: Das ist eine gute Reise. Das ist die richtige Stadt.
Was ich aus Tag 1 mitgenommen habe
Zehn Jahre später weiß ich: Die Magie der ersten Stunden in New York lässt sich nicht planen. Du kannst die Route vorbereiten, das Hotel googeln, die Shake-Shack-Adresse in Maps speichern. Aber dieses Gefühl von “Jetzt fängt etwas an” — das macht die Stadt mit dir.
Was hingegen sehr hilft, ist eine gute erste Stunde nach der Landung: AirTrain plus LIRR statt Taxi-Stau, ein Hotel in Midtown mit schnellem Check-in, kein zu vollgestopfter Tagesplan. Ankommen, Energie sparen, eine Schleife laufen — Starbucks, Burger, ein paar Sehenswürdigkeiten, Bett.
In den nächsten Posts nehme ich dich Tag für Tag mit durch den Rest der Reise. Lust auf den nächsten Teil? Tag 2 geht aufs Empire State Building und auf die USS Intrepid — inklusive einer Begegnung mit Vietnam-Veteranen, die mich nicht mehr losgelassen hat.
Und falls du selbst eine New-York-Reise planst und wissen willst, wie ich heute die Anreise organisieren würde — schreib mir gerne. Über meine Agentur Creatives Berlin baue ich zwar Websites, aber privat bin ich immer für ein gutes USA-Gespräch zu haben.