Als ich gestern Abend gegen 20 Uhr mit der S-Bahn von Bornholmer Straße kommend Richtung Ostkreuz fuhr, traute ich am Bahnhof Greifswalder Straße meinen Ohren nicht.
In den Z√ºgen der S-Bahn wird automatisch der n√§chste Bahnhof angesagt. So weit so gut. Auf den Bahnh√∂fen aber fertigen die Fahrer jetzt ihre Z√ºge selbst ab, das erkennt man an den Bahnsteigenden immer durch das kleine Schild ZAT – Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugf√ºhrer.
Bei meinem h√§tte gestern aber OST statt ZAT stehen m√ºssen, denn statt Greifswalder Stra√üe Zug nach S√ºdkreuz sagte er: “Greifswalder Stra√üe / Ernst-Th√§lmann Park Zug nach S√ºdkreuz”.
In welcher Zeit ist dieser Fahrer kleben geblieben? Die k√ºrzeste Zeit seines Bestehens hie√ü dieser Bahnhof “Ernst Th√§lmann Park”. Warum ist dem Fahrer dieser Namenszusatz eine Extraansage wert?
Zumal der größte Teil der Fahrgäste in dieser Bahn sowieso aus so jungem Publikum bestand, die mit dem Namen und der Person Ernst Thälmann nichts anfangen können.
Aber das passt ja alles auch zu den Meldungen der letzten Woche: Die Amerikaner haben die Mauer gebaut und Sch√ºler wissen zu wenig √ºber die DDR – wirklich nur die Sch√ºler?
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DDR Geschichte, Berlin Greifswalder Straße, Ernst Thälamann Park
28. Juli 2008 um 11:34 Uhr
Jaja, in und mit der S-Bahn kann man etwas erleben. Jeden Wochentag. Meine Jahreskarte ist so etwas wie ein Theater-Abo…
28. Juli 2008 um 20:48 Uhr
Zu dem Theater paßt dann auch als kultureller Höhepunkt die Ringbahnlesung
29. Juli 2008 um 12:23 Uhr
Man könnte aber auch meinen, er hätte es gesagt, weil der Ernst-Thälmann Park direkt neben dem Bahnhof war und ist. Aber ist nur eine Vermutung. Abgesehen davon hat Thälmann von der DDR aus naheliegenden Gründen recht wenig mitbekommen. Er wurde 1944 in Buchenwald ermordet.
Grüße
Jo